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"Was ihr wollt" Staatstheater Stuttgart
Regie Krysztof Warlikowski
"Indem Warlikowski Viola und Sebastian von ein und demselben Darsteller spielen läßt, greift er massiv in den Handlungsablauf ein. Daniel Ris gibt das aus Raum und Zeit gelöste Zwittergeschöpf glänzend."KULTUR vom April 1999"Viola und Sebastian verwirren beim Betrachter enorm die Sinne. Das bei Shakespeare von einem Schiffbruch grausam auseinander gerissene Geschwisterpaar ist auf dem Programmzettel mit dem gleichen Namen besetzt, und auf der Bühne erscheint dann überaus erotisch der männliche Besitzer dieses Namens: Daniel Ris. Ja, wo sind wir denn hier? Auch wenn es vordergründig so wirkt, als ginge es dem Regisseur um Geschlechterfragen; je länger all diese Männer-als-Männer und Männer-als-Frauen auf der Bühne ihr Spiel betreiben, je mehr sie dabei zeigen, und sie zeigen viel, desto mehr verschwindet die ganze Geschlechterfrage aus dem Sinn des Betrachters. Wer sich nun letztlich wem fügt ist beinahe nebensächlich. Wie er es tut, wie es sich fügt, das beschäftigt uns. Sehnsucht, Abscheu, Leidenschaft und Grausamkeit liegen blank vor uns ausgebreitet. "Stuttgarter Zeitung vom 16.10.2000